Das Buchstabieralphabet
Buchstaben werden im Flugfunk mit dem internationalen Buchstabieralphabet übermittelt – auch im deutschsprachigen Funk. Aus D-EGAT wird „Delta Echo Golf Alfa Tango“.
- AAlfa
- BBravo
- CCharlie
- DDelta
- EEcho
- FFoxtrot
- GGolf
- HHotel
- IIndia
- JJuliett
- KKilo
- LLima
- MMike
- NNovember
- OOscar
- PPapa
- QQuebec
- RRomeo
- SSierra
- TTango
- UUniform
- VVictor
- WWhiskey
- XX-ray
- YYankee
- ZZulu
Zahlen im Flugfunk
Zahlen sprichst du meist Ziffer für Ziffer. Die 2 heißt im deutschsprachigen Funk „zwo“ – damit sie nicht mit „drei“ verwechselt wird.
| Angabe | So sprichst du es |
|---|---|
| QNH 1009 | „QNH eins null null neun“ |
| 118,805 MHz | „eins eins acht Komma acht null fünf“ |
| Piste 25 | „Piste zwo fünf“ |
| 2500 ft | „zwo tausend fünf hundert Fuß“ |
| 14:42 UTC | „eins vier vier zwo“ – oder nur „vier zwo“, wenn keine Verwechslung möglich ist |
| Wind 240°, 8 kt | „Wind zwo vier null Grad, acht Knoten“ |
Uhrzeiten werden im Flugfunk in koordinierter Weltzeit (UTC) angegeben.
Rufzeichen
- Dein Luftfahrzeug: Das Rufzeichen ist das Kennzeichen, zum Beispiel D-EGAT.
- Abgekürzt: erstes Zeichen plus mindestens die letzten zwei – aus D-EGAT wird D-AT. Verwenden darfst du die Abkürzung erst, wenn die Bodenfunkstelle sie benutzt hat.
Bodenfunkstellen erkennst du am Zusatz hinter dem Ortsnamen:
| Rufzeichen | Wer meldet sich? |
|---|---|
| Turm | Flugplatzkontrolle an einem kontrollierten Flugplatz – Starts, Landungen, Platzrunde |
| Rollkontrolle | Bewegungslenkung auf dem Rollfeld eines kontrollierten Flugplatzes |
| Radio | Bodenfunkstelle an einem unkontrollierten Flugplatz ohne Turm und ohne AFIS, besetzt vom Flugleiter – gibt Informationen, aber keine Freigaben, z. B. „Mainz Radio“ |
| Segelflug | Bodenfunkstelle an einem Segelfluggelände (Segelflugbetrieb) |
| Information | Fluginformationsdienst (FIS), z. B. „Langen Information“ – an einigen unkontrollierten Flugplätzen auch der Flugplatz-Fluginformationsdienst (AFIS), z. B. „Egelsbach Information“ |
Bis Februar 2023 hieß die Bodenfunkstelle an unkontrollierten Flugplätzen „… Info“ – so steht es noch auf älteren Karten und in manchen Apps. Seitdem gilt „Radio“, und auch im Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur ist RADIO die richtige Antwort. Welches Rufzeichen ein Platz hat, steht auf seiner Sichtanflugkarte im Luftfahrthandbuch (AIP VFR).
Die wichtigsten Redewendungen
| Redewendung | Bedeutung |
|---|---|
| POSITIV | Ja |
| NEGATIV | Nein – auch: Erlaubnis nicht erteilt, das ist nicht richtig, nicht in der Lage |
| VERSTANDEN | Ich habe Ihre letzte Meldung vollständig erhalten |
| WILCO | Ich verstehe Ihre Meldung und werde entsprechend handeln (will comply) |
| BESTÄTIGEN SIE | Ich erbitte Bestätigung – etwa einer Freigabe oder Information, wenn Zweifel bestehen |
| WIEDERHOLEN SIE | Wiederholen Sie Ihre Meldung oder den genannten Teil davon |
| WIEDERHOLEN SIE WÖRTLICH | Wiederholen Sie die Meldung oder den genannten Teil wörtlich (Read-back) |
| BERICHTIGUNG | Bei der Übermittlung ist ein Fehler unterlaufen, richtig heißt es … |
| STANDBY | Warten Sie, ich rufe Sie |
| NICHT MÖGLICH | Ich kann der Anfrage, Anweisung oder Freigabe nicht folgen |
| FREI | Genehmigung, unter den genannten Bedingungen zu verfahren – z. B. „Landung frei“ |
| MONITOR | Hören Sie die genannte Frequenz ab |
| SQUAWK | Schalten Sie den Transponder auf den genannten Code |
Was du immer zurückliest
Die sicherheitsrelevanten Teile von Freigaben und Anweisungen wiederholst du (SERA.8015). Immer zurückzulesen sind:
- Start- und Landefreigaben sowie alle Anweisungen, die eine Piste betreffen: aufrollen, davor halten, kreuzen, darauf rollen oder zurückrollen
- die Betriebspiste
- Höhenmessereinstellungen (QNH) und Transpondercodes
- die neue Frequenz bei einem Frequenzwechsel
- Anweisungen zu Flughöhe, Steuerkurs und Geschwindigkeit
- Streckenfreigaben und Übergangsflächen
Rollanweisungen und bedingte Freigaben wiederholst du ebenfalls – oder bestätigst sie so, dass klar ist: verstanden und wird befolgt. Wind, Wetter und Verkehrsinformationen musst du nicht zurücklesen.
TURMD-EGAT, rollen Sie zum Rollhalt Piste 25 über Alfa und Bravo.
DUD-EGAT, rolle zum Rollhalt Piste 25 über Alfa und Bravo.
Wie gut hörst du mich?
Beim Funktest („Radio Check“) wird die Verständlichkeit mit einer Zahl von 1 bis 5 angegeben:
- Höre Sie eins: unverständlich
- Höre Sie zwo: zeitweise verständlich
- Höre Sie drei: schwer verständlich
- Höre Sie vier: verständlich
- Höre Sie fünf: sehr gut verständlich
Not, Dringlichkeit und Funkausfall
- MAYDAY (vorzugsweise dreimal): Notsignal – es droht eine schwere und/oder unmittelbare Gefahr, sofortige Hilfe ist nötig. Danach folgen möglichst in dieser Reihenfolge: gerufene Stelle (wenn Zeit bleibt), dein Rufzeichen, Art der Notlage, deine Absicht sowie Standort, Flughöhe und Kurs.
- PAN PAN (vorzugsweise dreimal): Dringlichkeitssignal – die Sicherheit des Luftfahrzeugs oder einer Person an Bord ist betroffen, sofortige Hilfe ist aber nicht nötig.
- 121,500 MHz: internationale Notfrequenz. Den Notanruf setzt du in der Regel zuerst auf der Frequenz ab, auf der du gerade funkst.
- Funkausfall: Bekommst du keine Verbindung, setzt du deine Meldungen als Blindsendung ab – mit „Blindsendung“ vorweg und zweimal hintereinander. Fällt nur der Empfänger aus, nennst du zusätzlich den Zeitpunkt deiner nächsten Meldung.
- Transponder: 7700 bei einer Notlage, 7600 bei Funkausfall, 7000 als allgemeiner VFR-Code.
Häufige Fragen
Warum sagt man im Flugfunk „zwo“ statt „zwei“?
„Zwei“ und „drei“ klingen über Funk sehr ähnlich. „Zwo“ verhindert Verwechslungen – deshalb ist es im deutschsprachigen Flugfunk Standard.
Gilt das englische Buchstabieralphabet auch im deutschen Funk?
Ja. Im Flugfunk wird auch im deutschsprachigen Funk das internationale Buchstabieralphabet verwendet – von Alfa bis Zulu.
Wie lerne ich die Phraseologie am schnellsten?
Indem du sie sprichst. Lesen hilft beim Verstehen, sicher wirst du aber erst durch Wiederholung am Mikrofon. Im GAT-Kurs funkst du in jeder Session selbst und bekommst direktes Feedback.